Gründer von Chinaimportal.com

Fredrik Gronvist – Gründer von Chinaimportal.com

1) Wer steht hinter dem Projekt ChinaImportal.com oder AsiaImportal?

AsiaImportal.de ist unsere deutsche Version von ChinaImportal.com. Die Eigentümer sind Fredrik Gronkvist aus Schweden und Ivan Malloci aus Italien. Wir haben uns etwa vor einem Jahr in Shanghai getroffen. Ich persönlich leitete schon seit 2010 eine Sourcing Dienstleistung Company in Shanghai und Ivan hat einen PhD Abschluss in Electrical Engineering und war gerade als Wissenschaftler in China unterwegs.

2) Wie wurde die Idee überhaupt geboren?

Im Jahre 2012 fühlte ich einfach, dass es Zeit für einen Wandel war. Ständig hörte ich von meinen Kunden und ihren interessanten Ideen und dabei fühlte ich, dass mein Consulting Business (ScandinAsian Enterprise) sich kaum damit messen ließ. Außerdem fühlte ich, dass ich mich auch dem internationalen Markt öffnen wollte und nicht nur meinem Heimatland Schweden bereitstehen wollte.

Gegen Ende des Jahres 2012 hatte ich mein Konzept verfeinert und abgeschlossen. Ich wollte meine Dienstleistungen, sprich low-cost Product Sourcing und Betrugsschutz, salonfähig machen und diese Kleinunternehmen anbieten. Doch dies klingt viel einfacher als es tatsächlich ist! So begann ich mit einem Geschäftsmodell, was sich schon schnell als kompletter Müll herauskristallisieren sollte. Schließlich kam Ivan an Bord und wir überarbeiteten das Geschäftsmodell gründlich. Die Grundidee ist noch immer die alte, aber wir haben die Dienstleistungen so angepasst, wie sie heute bestehen. Ich denke, dass vielen Start-Up Unternehmen soetwas passiert. Wir gaben nicht auf und wurden belohnt, da sich unser Geschäftsmodell immer noch schnell weiterentwickelt und wir unaufhörlich wachsen.

3) Der Firmensitz ist in Hongkong. Wie viele Leute arbeiten dort für Sie?

Tatsächlich sitzen wir in Shanghai. Hier sind wir zu dritt, während 5 andere Mitarbeiter über die ganze Welt wie zum Beispiel Mexiko, Nepal, Großbritannien und in den USA verteilt sind.

4) Seit wann gibt es Sie?

Das Hauptunternehmen, ScandinAsian Enterprise, wird seit 2010 betrieben. Es dürfte im Oktober gewesen sein, wenn ich mich scharf entsinnen soll. Das Geschäftsmodel ChinaImportal.com wurde zwar seit Oktober 2012 entwickelt, wurde aber erst im Februar 2014 veröffentlicht. Das sind gerade einmal zwei Monate!

5) Was genau ist Ihr Geschäftsmodell (also wie verdienen Sie Ihr Geld)?

Wir bieten eine Sourcing Dienstleistung an. Dies bedeutet, dass wir chinesische Lieferanten oder Händler ausfindig machen, die Produkte anbieten, die ein Kunde von uns importieren möchte. Wir weisen auch darauf hin, welche Produktstandards in dem jeweiligen Land oder in dem jeweiligen Markt des Importeurs eingehalten werden müssen (also etwa CE, REACH und RoHS wie in Österreich).

Unsere zweite Dienstleistung ist das sogenannte Supplier Screening. Dies bedeutet, dass unser Kunde bereits einen Händler oder Lieferanten in China ausfindig machen konnte, von dem er etwas importieren möchte. Dabei ist sich der Kunde aber nicht sicher, ob dieser gefundene Händler oder Lieferant vertrauenswürdig ist oder ob er gar ein Betrüger ist. Darüber hinaus kann unser Kunde aus der Entfernung auch nicht wissen, ob die hergestellten Produkte den in seinem Land geltenden Produktstandards entsprechen. Dies können wir alles überprüfen und dem Kunden mitteilen, sodass dieser schließlich mit dem Händler oder Lieferanten ein sicheres Geschäft abschließen kann. In den meisten Fällen ist die Antwort hierzu leider nein.

6) Betreiben Sie auch Outsourcing für gewisse Aufgaben?

Ja, sehr sogar. Wir haben einige super Mitarbeiter auf oDesk gefunden. Das Beste beim Outsourcen der Arbeit an Freelancer ist, dass hierzu kein großes Kapital vorhanden sein muss. Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis, sollte einmal die Geldquelle nicht mehr sprudeln. Das kann immer passieren und wir können uns dank des Outsourcings neu positionieren.

Ich spreche viel über diesen Punkt, aber viele Leute sind noch immer sehr skeptisch. Doch schon in einigen Jahres werden wir hiervon viel mehr sehen. Da bin ich mir absolut sicher. Es ist viel zu wichtig, als dass es ignoriert werden könnte.

Übrigens unterstützen wir damit keine Sklavenarbeit. Zum Beispiel arbeiten wir mit einem Deutschen, der oDesk erst seit ein paar Monaten nutzt. Nun kann er seinen Lebensstandard in einem anderen Land damit finanzieren und lebt dort nicht schlecht als Freelancer. Unser nepalesischer Webdesigner verdient 13 Dollar pro Stunde. Mit einem solchen Lohn können Sie in Nepal als wahrer Rockstar leben. Ich denke das tut er auch!

7) Mit welchen Aktionen außer Ihren Gastartikeln wie auf derinterviewer.com machen Sie auf sich aufmerksam?

Wir arbeiten viel im Bereich des Content Marketing. Wobei dies sogar das Herz der Marketingstrategie ist. Die Formel ist ganz einfach. Wir schreiben die besten Inhalte der ganzen Welt, wenn es um Importe aus China geht. Dies ist ein riesiges Thema und wie es scheint, haben wir für die nächsten Jahrzehnte genug Material. Mein Vater ist übrigens ein Journalist, sodass ich denke, dass ich das Schreiben irgendwie im Blut habe. Ich bin dennoch ein Ingenieur, da mein Vater nicht viel Gutes über den heutigen Journalismus zu sagen hatte.

8) Für welche Unternehmner sind Sie der richtige Partner?

Ich habe mit allen möglichen Unternehmensformen zusammengearbeitet. Egal, ob dies Kleinunternehmer, Start-Ups oder ganze Restaurantketten sind. Dennoch fokussieren wir uns auf Kleinunternehmer und Privatinvestoren. Dies sind die Leute, die die größten Gefahren und Risiken konfrontieren müssen. Wir helfen diesen Menschen dabei, die Lücke zu schließen und es weitaus weniger risikoverbunden zu gestalten.

Wenn Sie sich selbst als Kleinunternehmer sehen oder als individuelle Person, die erfahren möchte, ob mit dem Import aus China Geld zu machen ist, so haben Sie den besten Partner direkt vor Ihren Augen. Übrigens sind unsere Preis die niedrigsten.

9) Von welchen Rückschläge oder Gefahren können Sie einen Unternehmer, welcher Ware aus China importieren möchte, bewahren?

Ja, Unmengen. Aus diesem Grunde gibt es diesen riesigen Markt an Unternehmen zum Thema Sourcing, Quality Assurance, Legal Consultung und Product Testing. Ganze Bücher werden über dieses Thema geschrieben. Doch es gibt einige grundlegende Dinge, die Sie wirklich wissen sollten, bevor Sie etwas aus China importieren:

a.) Es gibt sehr strikte Produktstandards innerhalb der EU. Dies bedeutet, dass Ihr Produkt in Übereinstimmung mit diesen Standards hergestellt werden muss. Das Problem dabei? Nur die wenigsten chinesischen Händler wissen über diese Standards bescheid und noch weniger können Produkte entsprechend fabrizieren. Aus diesem Grunde müssen Sie sicherstellen, dass ein Händler diese Produktstandards einhält, bevor Sie überhaupt mit der Preisverhandlung beginnen oder Produktsamples bestellen.

b.) Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass Sie Ihrem Händler exakte Produkteigenschaften nennen, bevor Sie mit der Produktion beginnen. Dies beinhaltet soetwas wie Farben, Design, Materialien, Komponenten und Größenangaben. Falls Sie dem nicht nachkommen, kann der Händler Sie missverstehen und Sie im schlimmsten Fall bewusst betrügen. Behalten Sie im Hinterkopf, dass es keine allgemeingültige Definition für “gute Qualität” gibt. Verwenden Sie diesen Begriff niemals. Wenn die Produktion abgeschlossen ist, lassen Sie diese von einem Qualitätsprüfer überprüfen. Unternehmen wie Asiainspection tun dies für bereits 300€. Diese Summe ist es wirklich wert, bevor eine ganze Containerladung unbrauchbar ist.

10) Ist es einfach, eine Firma im Gegensatz zu Europa in Hongkong zu gründen?

Dies hängt stark damit zusammen, aus welchem Land Sie innerhalb der EU stammen. Im Grunde ist Antwort ein deutliches Ja, aber Großbritannien holt schnell auf und wird immer interessanter – sowohl für kleine als auch für große Unternehmen. Sogar wir planen, dort eine Niederlassung zu erstellen.

In Hongkong können Sie eine limited liability company schon mit nur einem Kapital von 1 HKD erschaffen (das sind 0,10€). Die Registrierungsgebühr kostet weniger als 700€. Und diese ist schnell. Bereits in weniger als 30 Tagen sind Sie mit allem durch, was selbst das Bankkonto mit einbezieht.

Natürlich können alle Ausländer Unternehmen in Hongkong errichten. Dabei müssen die Profite aber im Heimatland, also in Ihrem Fall Österreich, angegeben und versteuert werden. Es gibt einfach keinen legalen Weg, um die Steuern nicht im Heimatland bezahlen zu müssen – außer von dort wegzuziehen. Ich denke, dass ein Unternehmen in Hongkong nur dann Sinn ergibt, wenn Sie planen, in Asien leben zu wollen. Andernfalls ist es einfacher, ein Unternehmen in Österreich anzumelden und alles direkt vor Ort zu regeln.

11) Auf welchen Social Media Kanälen sind Sie vertreten?

Sie können uns auf allen größeren sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIN, Google+ und Twitter finden. Als Unternehmen konzentrieren wir uns hauptsächlich auf LinkedIN und Google +, während Facebook ein sehr wichtiger Marketkanal für uns ist.

Alle unsere Artikel werden auch auf den sozialen Netzwerken gelistet. Für uns ist dies ein weiterer Marketingkanal, der uns eine größere Reichweite beschert. Dennoch empfehle ich allen Kleinunternehmern, einen Newsletter aufzusetzen. Dieser ist im Allgemeinen effizienter im B2B Marketing als Social Media.